Events





 
 

Dresden-Bagdad und zurück: Heinrich August Meißner Pascha und die Schienen durch den Orient

Mit dem Bau der Hedschas- und der Bagdadbahn unternahm der Dresdner Ingenieur Heinrich August Meißner (* 3. Januar 1862, † 14. Januar 1940) zwei der kühnsten Bauprojekte des 20. Jahrhunderts. Dennoch sind der Eisenbahnbauer und seine ingenieurtechnischen Meisterleistungen in Vergessenheit geraten. Die Ausstellung holt sie nun anhand eindrücklicher Exponate und z.T. noch nie veröffentlichter Fotografien aus dem Dunkel der Geschichte.

Heinrich August Meißner

Nach dem Studium der Bauingenieurwissenschaften in Dresden lockte es Meißner in die Ferne. Er siedelte 1888 ins Osmanische Reich über, wo er für die staatliche Eisenbahngesellschaft arbeitete und zahlreiche Projekte leitete. Als Chefingenieur der Hedschasbahn, die muslimische Pilger von Damaskus nach Medina beförderte, der nach Mekka zweitwichtigsten heiligen Stadt des Islam, erwarb er sich großes Ansehen und wurde mit dem „Pascha“-Titel ausgezeichnet.

Ab 1912 leitete er Bauabschnitte der Bagdadbahn, die wegen des Ersten Weltkriegs aber unvollendet blieb. 1918 musste Meißner die Türkei verlassen. In den 1920er Jahren kehrte er aus Dresden in die Türkei zurück und widmete er sich u.a. dem Wiederaufbau der teilweise zerstörten Bahnlinien. 1940 starb Heinrich August Meißner in Istanbul. Seine Ehefrau wurde aus der Türkei ausgewiesen. 1945 starb sie in Dresden an den Folgen der Bombardierungen vom 13. Februar.

Hedschas- und Bagdadbahn

Schon seit dem 19. Jahrhundert galt das Osmanische Reich als „kranker Mann am Bosporus“, war wirtschaftlich ausgezehrt und drohte zu zerfallen. Die Hedschasbahn erfüllte neben der Beförderung der Pilger und der wirtschaftlichen Erschließung des Landes auch den Zweck, Truppen schnell in die entlegenen Teile West- und Südarabiens zu befördern, wo häufig Aufstände die Herrschaft des Sultans bedrohten. Von 1900 bis 1908 entstand die 1.308 km lange Hauptstrecke bis Medina durch die Wüste mit mehr als 1.500 Brücken und rund 100 Stationsgebäuden.

Parallel zur Hedschasbahn begann 1903 der Bau der Bagdadbahn, die von Konstantinopel bis Bagdad führen sollte. Mit der angebundenen Hedschasbahn sollte die Bagdadbahn zur „großen Arterie“ des Osmanischen Reiches werden. Die Konzession ging an ein internationales Konsortium unter Führung der Deutschen Bank, zahlreiche deutsche Firmen übernahmen die Streckenarbeiten, lieferten Lokomotiven, Wagen und Schienen und bauten Bahnhöfe. Unter extremen Bedingungen mussten die Arbeiter die Trasse durch unwirtlichste Gegenden verlegen.

Deutschlands Engagement im Osmanischen Reich und Unterstützung des Sultans betrachteten Russland und Großbritannien als Bedrohung ihrer Einflusssphären.

Ein Konflikt, der im Ersten Weltkrieg gipfelte, und den Bau der Bahn unterbrach. 1940 fuhr dann erstmals ein Zug die komplette Strecke von Istanbul bis Bagdad. Heute sind von der Hedschasbahn nur Teilabschnitte in Betrieb, auf der Bagdadbahn fahren wegen des syrischen Bürgerkriegs derzeit keine Züge.

Begleitprogramm:

  • Offene Kuratoren-Führung: 16. Februar, 15. März, 13. April, 18. Mai, 15. Juni, 13. Juli, jeweils 15 Uhr (Teilnahme im Eintrittspreis inbegriffen)
  • 3. April: Vortrag „Die Orientforscherin Gertrude Bell. Archäologin, Autorin, Agentin“, von Dr. Charlotte Trümpler (Frankfurt a. M.), 18 Uhr,
    Eintritt: 3,00 €
  • 17. April: Vortrag „Bagdadbahn & Co. Dampf unter Stern und Halbmond Anfang der 1980er Jahre“, von Richard Neun (Dresden), 18 Uhr,
    Eintritt: 3,00 €
  • 19. Mai: Int. Museumstag mit Programm zur Ausstellung, 10-18 Uhr,
    Eintritt frei
  • 6. Juli: Dresdner Museumsnacht, 18 bis 1 Uhr
  • Winterferienprogramm: „Detektive in der Bagdadbahn“, Rätselrundgang für Kinder (4-10 Jahre), 22. Februar und 1. März, 15 Uhr, ohne Voranmeldung

Hier können Sie sich das Plakat zur Ausstellung herunterladen.

Lage

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag 10.00 Uhr - 18.00 Uhr
Eintritt

Museumseintritt
Begleitprogramm
  • Führungen für Schulklassen:
  • Buchung unter Tel. 0351 8644-133 E-Mail:
    fuehrung@verkehrsmuseum-dresden.de Weitere Führungstermine nach Absprache
Öffnungszeiten Museum

                                   Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 18.00 Uhr
Eintritt Museum

Erwachsene 9,00 €
Kinder bis 5 Jahre frei
Ermäßigt 4,00 €
Kleine Familienkarte (1 Erwachsener mit max. 2 Kindern bis 16 Jahre) 9,00 €
Große Familienkarte (2 Erwachsene mit max. 4 Kindern bis 16 Jahre) 18,00 €
Weitere Informationen zum Verkehrsmuseum Dresden

zurück

 

Contact:

Verkehrsmuseum Dresden gGmbH
Augustusstraße 1
01067 Dresden

Tel.: 0351 86440
Fax: 0351 8644110


E-Mail